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Haddaway Biografie (2010)
Akademiker, Dandy, Geschäftsmann, Sportler, Weltenbummler, Komponist, Sänger und Fußballfan, der gleichzeitig auf Bayern München und Schalke 04 steht – der Mann ist nicht gerade ein Durchschnittstyp. Alexander Nestor Haddaway besitzt verblüffend viele Facetten. Mit 28 Millionen verkaufter Tonträger ist er ein Global Player in Sachen Pop – schillernd, streitbar, polarisierend. Doch zurück auf Anfang.
Die Haddaway-Story beginnt auf der Karibikinsel Trinidad/Tobago. Hier wird Nestor Alexander Haddaway als Sohn einer einheimischen Krankenschwester und eines niederländischen Ozeanographen geboren. Nach nur drei Jahren verlässt er die Karnevalsinsel, dank der mütterlichen Gene trägt er das Feuer von Calypso und Steelbands in sich. Auch sein Vater ist musikalisch, er liebt Louis Armstrong und besteht darauf, dass sein Sohn mit dem vierten Lebensjahr Trompete spielen lernt. Anfang der Siebziger trennen sich die Wege der Eltern, die Mutter zieht es in die USA, den Vater nach Europa. Der Kleine entscheidet sich, mit dem Vater zu gehen, der ein rastloses Leben führt. Jobs für Meeresbiologen sind rar, also muss der alleinerziehende Vater mobil sein. Er arbeitet in Schweden, England und Holland, seinen Sprößling bringt er unter der Woche im Internat unter, die Wochenenden verbringen sie zusammen.
Mit sechzehn geht „Haddy“, wie seine Freunde ihn nennen, zu seiner Mutter in die USA. Hier entdeckt er seine Liebe zu amerikanischen Hard Rock von Kiss, Eagles, Journey, REO Speedwagon und Styx. Daneben steht er aber auch auf Funk von Parliament und Funkadelic, auf Soul-Ikonen wie Aretha Franklin, Bill Withers und James Brown. In Europa hatte das Mittelstandskind nie Probleme mit seiner Hautfarbe, in Amerika dagegen führte sie zu Fragen. „Drüben gab es weiße und schwarze Radiosender. Ich fragte mich: Wo gehöre ich hin?“, berichtet Haddaway. Auch nackter Rassismus enthüllt seine hässliche Fratze. „Als Student habe ich von 16-22 Uhr an einer Tankstelle gejobbt. Eines Nachts ging ich zu Fuß nach Hause und wurde von einem Pick Up Truck voller Rednecks regelrecht gejagt. Sie haben mich verflucht und mit Steinen beworfen.“
An der renommierten George Washington Universität, wo Haddaway Politikwissenschaften und Geschichte belegt, spielt die Farbe der Haut zum Glück keine Rolle. Er singt in einer Top 40 Band, bekanntlich eine hervorragende Schule für Musiker. Was immer neu in die Charts geht, schaffen die Jungs sich drauf. „Meine besten Freunde wissen, dass ich 6000 verschiedene Songs singen kann“, verrät der Musiknarr nicht ohne Stolz. In dieser Zeit komponiert er sein erstes eigenes Lied. Priorität hat jedoch die Wissenschaft. „Ich hatte meinem Vater versprochen, das Studium zuende zu machen.“ An dem Versprechen ist nicht zu rütteln, er promoviert in Geschichte und erhält am Ende der Prüfungen die Gesamtnote 1,2. Erste Job-Erfahrungen in der amerikanischen Nahrungs- und Genussmittelindustrie sind dagegen entmutigend. Haddaway sagt schließlich dem Big Business und der Akademiker-Laufbahn Good-bye und widmet sich ganz der Musik.
1989 zieht er nach Köln, spielt Football bei den Cologne Crocodiles, arbeitet als Choreograph und Textilienhändler und macht vor allem Musik. Von der Trompete hat er sich inzwischen verabschiedet, statt dessen spielt er passabel Piano, Bass und Gitarre und hat diverse Bands am Start. 1992 kommt ihm der Song „What Is Love“ in die Finger. In einer langen Session macht Haddaway ihn sich zu eigen und mit Hilfe des Produzenten Tony Hendrik wird ein genialer Hit geboren. In fast jedem Land Europas springt „What Is Love“ 1993 auf Nummer eins, nur in Deutschland nicht, da erreicht der Ohrwurm nur den zweiten Platz – das allerdings für stolze 23 Wochen. In den USA gelingt der Euro-Dance-Hit auf den vierten Platz der Singles Charts. (Drei Jahre später schafft der Song ein Comeback und stürmt die Pole Position in Amerika.) Es folgt eine Flut von Edelmetall sowie zwei Echos.
Aus dem Debütalbum „Haddway – The Album“ (1993) stammt auch die nächste Single „Life“, ein weiterer Chartserfolg. Danach trennen sich leider die Wege von Haddaway und Hendrik. Weitere Singlehits wie „I Miss You“, „Rock My Heart“ und „Fly Away“ und diverse Alben folgen, doch „What Is Love“ mit seinen vielen erfolgreichen Remixen (zuletzt Klaas meets Haddaway, 2009) und Werbeeinsätzen überstrahlt alles. Allein auf YouTube haben sich mehr als 27 Millionen User das Originalvideo angesehen und kommentiert. Mit seiner neuen Single „You Gave Me Love“ knüpft Haddaway gekonnt an diesen Megahit an – und hat sich dafür nach 15 Jahren mit Tony Hendrik wieder zusammen getan. Das Dreamteam hat wieder einen High Class Popsong der Extraklasse kreiert, der vor allem durch Haddaways unverwechselbare Stimme und die disco-tauglichen Beats für einen rappelvollen Dancefloor sorgen wird. Der viel beschworene neue Discotrend hat mancherorts schon auf Haddaway verwiesen: hier meldet sich der Meister endlich zurück!
Dabei kann nicht oft genug betont werden, dass Haddaway einer der wenigen originären Stars der 90er Disco-Speerspitze ist – ein begnadeter Sänger und Showman, der alles und jeden von der Bühne fegt. Medial mag es um ihn hierzulande still geworden sein, tatsächlich sprechen an die 200 Auftritte pro Jahr, vor allem im Ausland, eine andere Sprache. Und Haddaway ist nicht nur ein großes Showtalent und ein veritabler Popstar, sondern er besitzt eine Menge anderer Talente. Zum Beispiel spricht er neben Niederländisch, Englisch, Französisch und Deutsch auch astreines Kölsch. Und es gibt kein Thema, zu dem der passionierte Zeitungsleser nicht eine profunde Meinung hätte!
Doch die Musik ist und bleibt das Nonplusultra im Leben dieses Lebenskünstlers.
Comments
au Sunshine Reggae Festival
Have a Blessed Week With Yours...
One Love
www.SunshineReggaeFestival.com
Posted Mar 30 2010 3:22 PM